1887 wurden bei Bauarbeiten in der Nähe der Gutensteiner St. Gallus-Kirche (Baden-Württemberg) die Gräber zweier Männer gefunden, wobei sich in einem der Gräber die silberne Schwertscheide befand. Nach Privatbesitz gelangte die Schwertscheide als Inventar in das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin.

1945 beschlagnahmte die Rote Armee, unter vielen unersetzlichen Exponaten, auch die Schwertscheide von Gutenstein. Danach galt sie lange Zeit als verschollen. Seither befindet sie sich als kriegsbedingt verbrachtes Kulturgut bzw. als Beutekunst im Puschkin-Museum zu Moskau. Im Rahmen der Vorbereitung zur Ausstellung "Merowingerzeit – Europa ohne Grenzen" im Puschkin-Museum wurden Dank der Bemühungen einiger Wissenschaftler, u.a. Prof. Wilfried Menghin, die beschlagnahmten Gegenstände katalogisiert (2007) und als Beutekunst deklariert.



Im Original wurden bronzene Scheidenrandbeschläge und der Scheidenbeschlag aus Silberblech mit Verzierungen in Pressblechtechnik gefunden. Die Datierung beläuft sich auf um 600 n.Ch. In der Scheide steckte ein Schwert, welches auf das Ende des 7.Jh datiert wird.
Das Pressblech wurde in zweiter Verwendung auf die Schwertscheide aufgebracht. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich um ein zurechtgeschnittenes Blech handelt, welches urprünglich noch einen Schwerttänzer und einen zweiten Wolfskrieger zeigte.

Meine Rekonstruktion zeigt Scheidenrandbeschläge aus Bronze und Scheidenbeschlag aus Silberblech in Pressblechtechnik. Die Scheide ist aus Ahornholz mit Fellfutter und weinrotem Ziegenlederbezug.








Mouseover-Effekte
ueru taz ist spiz
taz santa tir tin fredel ce minnon