"Meine Waffen",
sprach der wackre Fürst,
"will ich behalten hier:
Helm und Brünne
soll man hüten gut
und nicht vergessen den Ger."
König Hakun der Gute im Hakonlied





Im Jahre 1939 wurde bei Grabungsarbeiten in Planig (Rheinhessen) ein merowingisches Männergrab entdeckt. Der "Herr von Planig" (bestattet um ca.520 n.Chr) war wahrscheinlich einer der direkten Herrführer König Chlodwigs. Er gehöhrte zum höchsten fränkischen Militäradel in der ersten Hälfte des 6.Jahrhunderts. Der "Herr von Planig" dürfte bei der Schlacht von Zülpich im Jahre 496 (gegen die Alamannen) und einer weiteren Schlacht bei Straßburg ca. 506 (entgültige Unterwerfung der Alamannen) maßgeblich beteiligt gewesen sein. Er kontrollierte die römische Fernstraße Trier-Kreuz-nach-Mainz. Dort stand wohl eine befestigte römische Straßenstation zur Sicherung der Kreuzung. Dieses Fiskalgut könnte er für König Chlodwig verwaltet haben.

Seine außerordentliche Position spiegelt sich auch in den prunkvollen Grabbeigaben wieder.








Das Schwert, der Helm und viele einzelne Stücke aus dem Grabfund nahmen sehr viel Recherche in Anspruch. Die Arbeiten liefen über einen langen Zeitraum und es tauchten immer wieder Probleme mit der handwerklichen Umsetzung auf. Die Spangen meines Helmes sind wie im Original feuervergoldet. Die eisernen Spiegel dazwischen wurden mit Silber überzogen. Das Schwert ist damasziert, die Prunkstücke sind originalgetreu vergoldet. Meine erste Rekonstruktion von Planig begann Im Herbst 2003. Ende September 2005 waren die Arbeiten so gut wie abgeschlossen.
Die komplette Überarbeitung meiner Darstellung erstreckte sich von Januar 2014 bis April 2015. Teile der Ausstattung wurden komplett erneuert oder überarbeitet und dem neuesten Forschungsstand angepaßt.

Die Obertunika ist aus rot-blauen Diamantköper welcher an den Enden in Fischgratköper ausläuft. Die Borte ist wie im Original broschiert und besteht aus pflanzengefärbter roter Seide mit dünnen Goldblechstreifen.


Auf älteren Bildern sieht man noch einen von mir sekundär angebrachten Pferdeschweif am Helm. Dieser wurde bei Goldhelmfunden noch nicht offiziell wissenschaftlich bestätigt. Er ist eine reine Interpretation aus Bildquellen und Überlieferungen der damaligen Zeit.











Im Grab von Planig wurde eines der wenigen Kettenhemden der Germanenzeit gefunden. Dieses Kettenhemd war und ist auch hier komplett vernietet.





Quellen nach:
- P.T.Keßler: Merowingisches Fürstengrab von Planig in Rheinhessen, Mainzer Zeitschrift (1940)
- P. Périn und A. Wieczorek: Die Franken - Wegbereiter Europas. Mainz (1996)
- W. Menghin: Das Schwert im frühen Mittelalter, Stuttgart (1983.)




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